Etwa 40% der Männer weltweit, leiden unter verminderter Fruchtbarkeit. Starke Handy-Nutzung könnte die Spermienqualität verschlechtern. In den westlichen Industrienationen scheinen die Männer langsam aber sicher unfruchtbar bzw. zeugungsunfähig zu werden. Das befürchteten dänische Wissenschaftler schon vor knapp zwanzig Jahren.



Neueste Forschungsergebnisse scheinen diesen Verdacht leider zu bestätigen, da die durchschnittliche Spermienzahl der westlichen Männerwelt in den letzten Jahrzehnten um fast die Hälfte gefallen ist.

Etwa 14 % der Ehepaare in den Industrie-ländern haben Probleme, Nachwuchs zu bekommen, dafür ist zu 40 % die männliche Unfruchtbarkeit verantwortlich, viele Fälle sind ungeklärt. Man kann davon ausgehen, dass auch Mobilfunkstrahlung die menschliche Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Das Ziel der Meta-Analyse war, die Daten aus mehreren Studien zur Spermienqualität, d.h. Beweglichkeit, Lebensfähigkeit und Anzahl der Spermien/ml auszuwerten.

Studiendesign und Durchführung: Von den 60 aus Datenbanken identifizierten Arbeiten aus den Jahren 2000–2012 wurden schließlich 10 In-vivo-und In-vitro-Studien mit insgesamt 1492 Proben ausgesucht, die alle Kriterien für die Meta-Analyse erfüllten: Untersuchung von Beweglichkeit, Lebensfähigkeit und Konzentration der Spermienzellen nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Bestrahlungen erfolgten mit Mobilfunkfrequenzen zwischen 800 und 2200 MHz. Die Dauer der Exposition betrug in den Studien zwischen 5 Minuten und 16 Stunden, davon 4 mit 1 Stunde täglich. Bei den epidemiologischen Studien wurden die Expositionsraten nicht angegeben.


Ergebnisse: In 9 Studien mit 1448 Proben von 1353 Männern wurde die Beweglichkeit der Spermien analysiert. 6 Studien ergaben signifikant negative Wirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die Beweglichkeit der menschlichen Spermien. Der Mittelwert der Beweglichkeit betrug zwischen 36,6 und 86,8 %. Die Dauer der Mobilfunkbestrahlung der Proben bzw. der Menschen wurde unterteilt in Kurz- und Langzeitgruppen (≤ 60 bzw. > 60 Minuten). In der Langzeitexpositionsgruppe war die Beweglichkeit stärker reduziert als in den Kurzzeitgruppen. Die Lebensfähigkeit der Spermien wurde in 5 Studien mit insgesamt 816 Proben untersucht. 4 der 5 Studien zeigten signifikant negative Einflüsse der Mobilfunkstrahlung auf die Lebensfähigkeit der Spermien, die durchschnittlich 52,3–89,0 % betrug. Um das Ausmaß zu klären, sind weitere Studien nötig. Für die Konzentration der Spermien, d. h. die Anzahl der Spermienzellen/ml, wurden 6 Studien mit 1376 Proben zusammen ausgewertet. Die Ergebnisse waren nicht eindeutig.

Schlussfolgerungen: Aus den Daten ergibt sich klar ein negativer Einfluss der Mobilfunkstrahlung auf Beweglichkeit und Lebensfähigkeit der Samenzellen, während es bei der Anzahl der Spermien pro ml nicht so klar ist. Ursache für die Beeinträchtigungen können thermische (z. B. weil das Handy in der Hosentasche getragen wird) und nicht-thermische Wirkungen auf das Gewebe sein. Nicht-thermische Wirkungen können der Anstieg der ROS-Produktion mit anschließender DNA-Schädigung und verminderter Beweglichkeit und Überlebensfähigkeit sein, wie aus vielen Studien bekannt ist. Der Trend in dieser Meta-Analyse bestätigt diese Ergebnisse. Dass die Ergebnisse der einzelnen Studien große Unterschiede zeigen, könnte vor allem auf die sehr unterschiedlichen Expositionszeiten zurückzuführen sein. Jedoch sollten die fast 1500 Proben zuverlässige Daten ergeben. Artikel: http://www.mobilfunkstudien.org/studien-chronologisch/studien-2014/adams-ja.php

Adams JA Systematischer Überblick und Meta-Analyse.
Effect of mobile telephones on sperm quality: A systematic review and meta-analysis.
Adams JA, Galloway TS, Mondal D, Esteves SC, Mathews F; Erschienen in: Environment International 2014; 70: 106–112





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